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Wo Vertrauen wohnt - Sonettkranz IV

I

Es fiel ein Blatt mir ins Gebet hernieder
und hauchte dies: `Es lohnt sich hinzuschauen,
worauf wir unsre Zuversichten bauen!´ -
Erst gestern sang ich noch des Hirten Lieder...

Ich kniete still in wacher Ehrfurcht wieder
und lauschte bald in kindlichem Vertrauen
den Harfenweisen bis zum Morgengrauen,
als fließe Dank aus jenem Blattgefieder...

in meine Feder, Adergold zu binden. -
Ein Silbenkranz aus Herbst, adventgeschmückt,
aus purer Lebensfreude offenbart.

Um Farben für ein klares Bild zu finden,
in das mein Nächster vorbehaltlos blickt,
erbat ich stumm des Höchsten Gegenwart.


II

Erbitte stumm des Höchsten Gegenwart
in Zeiten, da in Kummer Du gebunden,
in Reue, schmacherstarrten Angstsekunden,
wo Trauer sich mit Furcht, Versagen paart.

Ein Hirte kennt der Schafe Wesensart.
Verirrt sich eines, hat Er´s stets gefunden,
Er trägt es treu nach Hause, heilt die Wunden.
An Gnade hat Er niemals je gespart.

Wie wichtig bist Du, Mensch, mit Deinen Schwächen
für Den, der Deine Schritte führt und lenkt.
Er hat vor manchem Straucheln Dich bewahrt.

Er will zu Dir durch Dein Gebrechen sprechen,
an Wassern, wo Er Seine Herde tränkt
und Ewighauch im Wind sich offenbart.


III

Wo Ewighauch im Wind sich offenbart,
geschieht im Ungesagten Tieferkennen.
Es ist wie ahnend Um-Sein-Leben-Rennen
für den, der seine letzte Chance gewahrt.

Vor seinem Auge liegen - aufgebahrt -
Gebundenheiten, die sich Schicksal nennen
wie Freunde, die sich ohne Abschied trennen
und leblos geistern durch die Gegenwart.

Zerstreutes will der Hirte heimwärts leiten.
Wer irrte, darf von Ihm sich führen lassen,
denn Er vernimmt der Seele Narbenlieder.

Er wird den Tisch im Tal der Not bereiten,
- im Angesicht der Feinde, die Dich hassen -
als schickte Er den Ruf "Vertrau!" hernieder.


IV

Und schickt ER Dir den Ruf "Vertrau!" hernieder,
so fürchte weder Ungemach noch Plagen.
Er will - zu Seiner Zeit - die Bürden tragen,
auf daß Du Ihm zur Ehre singst aus wieder-

belebten Kräften Lob- und Dankeslieder,
den Vögeln gleich, die nicht nach Nahrung fragen,
um dennoch ihren Flug im Sturm zu wagen,
als strahlte Seine Macht durch ihr Gefieder.

Bedenke: Willst Du eigne Wege wenden,
erwarte keinen Schutz nach Deinem Sinn!
Du wirst im blinden Hasten immer wieder

erkennen: ´Was ich suchte zu beenden,
um mich allein zu finden, stirbt dahin!´
Laß ruhn, oh Erdennacht, die klagend Lieder!


V

Laß ruhn, oh Erdennacht, die klagend Lieder,
aus denen kein Vertrauen Dir erklingt,
das in die Tiefen Deiner Ängste dringt,
und Dich in Not erwachen läßt aus wieder-

erdolchter Hoffnung, unter dem Gefieder
des Grauens, das Dir keine Ruhe bringt,
Wo Deine Seele aus Verzweiflung ringt,
wo Endlostode ziehn durch Deine Glieder,

verhilft Dir keine Eigenmacht zum Ziel.
Sie trennt Dich von der starken Vaterhand.
Und fragst Du: "Wárum hat er NICHT bewahrt?"

Es war allein Dein Eigentor und -spiel!
Du weißt es, hast es leidgeplagt erkannt:
Vergänglichzeiten bleiben aufgebahrt....


VI

Vergänglichzeiten bleiben aufgebahrt
in Deiner Einsamstube, Dich zu lehren,
worin Du fehlst in Deinem Aufbegehren,
als hätte Er Dich nicht bis heut bewahrt.

Der Zug ins Nirgendland versagt die Fahrt
den eitlen Stolzbesetzten. - Sie beschweren
sich selber nur, wo Liebe sie entbehren
Sie reisen weiter durch Endgegenwart.

Du wähnst Dich selbst verwirklicht hier auf Erden?
Was schiebst Du dann - bei Leid! - die Schuld auf Gott,
der sich durch Stecken Dir geoffenbart?!

Und dennoch läufst Du mit den Narrenherden. -
Entlang den Sandruinen - Sonderschrott
aus Stolpersteinfragmenten, moos-bejahrt.


VII

Wie Stolpersteinfragmente - moos-bejahrt -
erscheint die selbstgelegte Schicksalsschnur,
von Dir gezündet. - Tropfend tickt die Uhr
aus Kindertagen - Staub im Safe verwahrt

mit all dem baren Scheinen aufgebahrt,
aus dem Dein Lebenswerk Dir spottet. - Stur
verharrt der Tor, bestaunt die Clownfigur
im Spiegel und beginnt die Geisterfahrt

ins winterliche Treiben seiner Träume,
die - Peng! - im Trott zerplatzten - .gnadenLos;
ein Bettler pfeift auf letzten Löchern Lieder

im Wahn. Dämonen schlagen Purzelbäume
und fallen in der Feuergluten Schoß.
Ein zages Zittern giert durch Reih und Glieder.


VIII

Ein zages Zittern giert durch Reih und Glieder,
als krallte sich die Schuld ans Opfertier. -
Was wäre, wenn Dir heute nur noch vier-
undzwanzig Stunden blieben und Dich wider

Erwarten eins der weisen Psalmenlieder
- aus Krügen voller Lebenselixier -
erreichte, mit den klaren Worten: "Hier!
Vertraue mir! Wir sehn uns sonst nicht wieder."

Du würdest sicher mit dem Hirten gehn.
Doch könntest Du in Ihm dem Herren dienen
mit all den Pflichten, die Du hast als Gast

auf Erden? - Daß wir uns auch recht verstehn:
Der Zug nach "Ewig" fährt auf SEINEN Schienen.
Noch kriecht die stolze Angst in trauter Hast...


IX

Noch kriecht die stolze Angst in trauter Hast
zur Haltestelle "Leben nicht verpassen!"
und schaut zurück auf taube Menschenmassen. -
Schon ruft der Schaffner: "Achtung! Aufgepaßt!

Wir machen auf der Strecke keine Rast.
Wir müssen erst die Wüste ganz verlassen,
hindurch die schmalen, schluchtumsäumten Gassen.
Wer will, der werfe seiner Seele Last

auf meine Schultern. Unglück fürchtet nicht!
Denn ich bin bei euch! Trost in dunklen Stunden!
Ihr habt mein Wort; mein ewiges Versprechen

aus Wahrheit, Vida und aus Hoffnungslicht!
Drum laßt zurück die euch geschlagnen Wunden
im Aschehaus der menschlichen Gebrechen."


X

Im Aschehaus der menschlichen Gebrechen
vermag kein Auge Weiden zu erblicken,
die immergrün sein Innerstes erquicken,
ihm Mut zum Weiterwandern zuzusprechen.

Wo Streß und Hektik Miteinander schwächen,
besteht ein Frieden oft aus Lieblosstricken,
aus Nähen, die in Engen sich ersticken,
um "heile Welt" aus Argwohn zu zerbrechen.

Im Land der Stille blühen Hoffnungsauen.
Dort kommt der Ausgebrannte wach zur Ruh,
der Mangel-Haft, der Eile zu entgehn.

Dem Hirten kann die Herde dort vertrauen.
Und dennoch fragst Du zweifelnd, immerzu:
"Wer kann am Tag der Furcht im Staub bestehn?"


XI

"Wer kann am Tag der Furcht im Staub bestehn?"
Ein Satz, der manche Kinder sucht zu knechten,
benutzt, um ihren Willen zu entrechten,
bis daß sie eigne krumme Wege gehn.

Wie soll ein Kind Vertrauen je verstehn?
Wie kann es lernen Ängste auszufechten
im Haus der maßgeleerten Selbstgerechten?
Wo kann es druckbefreit um Hilfe flehn?

Auch Dir wohnt dieses Denken manchmal inne.
Du fühltest Dich bedroht anstatt getragen.
Kein Wunder, daß Du Heuchler beinah haßt!

Der Hirtenjunge ruft Dir zu: "Beginne,
Vertrauen in ein neues Wir zu wagen,
damit Du Seine Worte klar erfaßt!"


XII

Ein jeder, der die Worte klar erfaßt,
versteht, was zwischen Harfenlied und Zeilen
im Geiste als ein Hoffen will verweilen.
Wirf ab den steinig-lastenden Ballast

und folge mir! Wir machen eine Rast
an Quellen, da die Menschenkinder teilen,
auf Weiden, da verletzte Herzen heilen.
Willkommen ist dort jeder Erdengast!

Denn in der Stille läßt sich Frieden finden.
Gebeugten reicht der Heiland Seine Hand.
Geknickte Rohre wird Er nicht zerbrechen.

Er wird die Wunden selber Dir verbinden,
denn Seine Kinder sind von Ihm erkannt.
Im Psalm des Hirten tröstet Sein Versprechen.


XIII

Im Psalm des Hirten tröstet Sein Versprechen:
Er will Dich leiten auf den rechten Pfaden.
Er hat ja Deine Schuld auf sich geladen
Er nimmt Dich an mit allen Deinen Schwächen.

Und wo sie sich an Dir aus Rage rächen,
dort werden sie sich selbst im Geiste schaden.
Brich auf zu labend-heilenden Gestaden
erlösenden Erbarmens, Brot zu brechen

mit denen, die Dich treu ans Ziel begleiten,
um Sorgen im Vertrauen abzulegen.
Der Heiland will an Deiner Seite stehn

und Dir die Blicke für Sein Wirken weiten.
Ach, könnte Dich der Harfe Klang bewegen:
"Ich werde mit durch finstre Täler gehn!"


XIV

"Ich werde mit durch finstre Täler gehn!"
Aus diesen Worten spricht ein Miterleiden.
Er will auf Auengrün Dich führen, weiden,
wenn Zukunftswüsten noch in Sternen stehn.

"Er hört ja nicht mein jammervolles Flehn!"
So nagt der Zweifel, Beistand zu vermeiden.
"Wie kann ich mich in Not für Licht entscheiden,
wo doch die Fahnen längst auf Halbmast wehn?"

Den Fragen darfst Du still allein begegnen,
wenn im Advent Erinnerungen flüstern
durch eines Seiner Hirtenharfenlieder.

Der Heiland möge überreich Dich segnen.
Und hörst Du im Kamin ein leises Knistern...:
Es fiel ein Blatt mir ins Gebet hernieder...

Meistersonett

Es fiel ein Blatt mir ins Gebet hernieder.
Verbarg sich dort des Höchsten Gegenwart?
Wo Ewighauch im Wind sich offenbart,
als schickte Er den Ruf "Vertrau mir wieder!"

Laß ruhn, oh Erdennacht, die klagend Lieder.
Vergänglichzeiten bleiben aufgebahrt
wie Stolpersteinfragmente - moos-bejahrt.
Ein zages Zittern giert durch Reih und Glieder.

Noch kriecht die stolze Angst in trauter Hast
durchs Aschehaus der menschlichen Gebrechen.
Wer kann am Tag der Furcht im Staub bestehn?

Ein jeder, der die Worte klar erfaßt!
Im Psalm des Hirten tröstet Sein Versprechen:
"Ich werde mit durch finstre Täler gehn!"

© V F



Ich weiß, dass dieser Sonettkranz unglaublich lang ist - aber er hat mich so sehr fasziniert und beeindruckt, dass ich ihn einfach hier stehen haben wollte. Es ist in meinen Augen ein wirklich meisterliches Werk. So danke ich der Autorin sehr, dass sie mir die Erlaubnis dazu gab.
Wer mehr von ihr lesen möchte kann dies hier tun.
3.2.11 12:14
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


m...t (5.2.11 10:25)
was für ein werk !!


kathrin / Website (6.2.11 10:35)
m...t: ja!

lg, kathrin

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